15.07.2022 – 16.07.2022

Symposium: „Brüche und Linien – Gespräche über Herkünfte“

Das Symposium „Brüche und Linien – Gespräche über Herkünfte“ ist Teil des diesjährigen Rundgangs der Kunsthochschule Kassel. Hier kommen Vertreter.innen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Aktivismus und Wissenschaft zusammen, um über soziale Positionen, Herkünfte und Ausschlüsse zu sprechen. Die Gäste sind: Senthuran Varatharajah, BENGI e.V., Barış Yüksel, Talya Feldman, Danijel Matijevic, Alexandra Sommer, Romy Rüegger, Andrea Brummack, Pia Stendera und Lin Hierse.

Das Symposium geht hervor aus dem fachübergreifenden Projektseminar „Herkunft“ und einer daraus entwickelten Ausstellung mit Studierenden der Kunsthochschule Kassel unter der Leitung von Prof. Peggy Buth und Holger Jenss. Die Ausstellung „Herkunft“ ist in der Ausstellungshalle der KH Kassel (30.6.- 28.7.) auch parallel zum Rundgang zu sehen.

Im Seminar beschäftigten wir uns mit Wechselbeziehungen von sozialer Herkunft, Klasse, Klassismus, Identitätsbildung, Sichtbarkeit, Anerkennung und dem autosoziobiografischen Schreiben. Zu Beginn setzten wir uns mit textbasierten, filmischen und fotografischen Narrativen über soziale Herkunft auseinander. Im Anschluss reflektierten wir unsere eigenen Erfahrungen, um Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Mit dem Symposium möchten wir einen Raum für unmittelbaren Austausch schaffen. Es ist uns dabei wichtig, Herkunft im Plural zu denken und verschiedene Perspektiven miteinander zu verknüpfen: Wo finden sich Berührungspunkte, Kontinuitäten, Brüche und Uneindeutigkeiten? Das Symposium wurde von den  Studierenden Lea Rist, Magdalena Bernard, Johanna Brummack und Andreia Bickenbach entwickelt.

Teil 1: Freitag, 15.07.22, 14:30 – 17:30 Uhr

14:30 – 15:15 Uhr
Senthuran Varatharajah
Artist Talk, Lesung, Q&A
Sprache: Deutsch
Ort: Hörsaal
Moderation: Johanna Brummack

Senthuran Varatharajah, ist Schriftsteller, Philosoph und Theologe. Er spricht über und liest aus seinem Roman „Vor der Zunahme der Zeichen“. Der Text behandelt zwei persönliche Geschichten von Vertreibung und Flucht und reflektiert die Möglichkeit von diesen Themen zu erzählen.

15:15 – 16:45 Uhr
15:15 – 16:00 Uhr, BENGI e.V.
Vortrag
16:00 – 16:45 Uhr, Barış Yüksel
Lesung, gemeinsamer Talk und Q&A
Sprache: Deutsch
Ort: Hörsaal
Moderation: Lea Rist / Magdalena Bernard

BENGI e.V. arbeitet seit 1992 als gemeinnütziger, interkultureller Frauenverein in Kassel, der sich ausschließlich an Frauen mit Migrationshintergrund richtet. Der Verein wurde als Selbsthilfeprojekt von Migrantinnen gegründet. Die Geschäftsführerin Gülsen Aksay berichtet über ihre Erfahrungen und wird anschließend mit Barış Yüksel in Austausch treten.

Barış Yüksel ist Soziologe und Autor. Er forscht zu Rassismus und postmigrantischer Erinnerungskultur. In seinen Texten und Workshops richtet er den Fokus auf Empowerment und das ermächtigende Potenzial migrantischer Literatur.

17:00 – 17:30 Uhr
Filmscreening
“Elegy” – Ein Klagegedicht (2020) von Talya Feldman
Ort: Hörsaal
Einführung Filmscreening: Lea Rist / Magdalena Bernard

Talya Feldman ist US-amerikanische Medienkünstlerin. Sie ist Überlebende des rechtsextremistischen bewaffneten Anschlags auf eine Synagoge in Halle vom 9. Oktober 2019, am jüdischen Feiertag Jom Kippur. In ihrem Film „Elegy“ widmet sie sich den traumatischen Erfahrungen der Überlebenden des Anschlags in Halle.

Teil 2: Samstag, 16.07.22, 11:00 – 16:30 Uhr

11:00 – 12:00 Uhr
Danijel Matijevic und Alexandra Sommer
Curators Talk, gemeinsames Q&A
Sprache: Deutsch
Ort: Hörsaal
Moderation: Andreia Bickenbach

Danijel Matijevic (IRL) ist Kunsthistoriker und Kurator. Zu seinen Forschungs- und Ausstellungsschwerpunkten zählen die Kunst der Moderne und Gegenwart, mit besonderem Fokus auf raumgreifende Arbeiten. Dabei legt er einen besonderen Wert auf die Hinterfragung gängiger Präsentationsformen. Zuletzt kuratierte er in Kollaboration die Einzelpräsentationen von Vincent Fecteau und Martine Syms am Fridericianum.

12:00 – 13:30 Uhr
12:00 – 12:45 Uhr, Romy Rüegger
Artist Talk
12:45 – 13:30 Uhr, Andrea Brummack
Vortrag, gemeinsames Q&A
Sprache: Deutsch
Ort: Hörsaal
Moderation: Johanna Brummack

Die Künstlerin Romy Rüegger spricht über ihre Performance „Approaching Ultra Light“. In der sound- und textbasierten Performance geht es um eine Archivrecherche zu den als „heimatlos“ bezeichneten Bevölkerungsgruppen in der Schweiz, in Süddeutschland und im Elsass und die damit verbundenen Konzepte von Sesshaftigkeit und whiteness.

Andrea Brummack ist Traumatherapeutin und Autorin. In einem Vortrag spricht sie über Zusammenhänge von Trauma und Herkunft

13:30 – 14:30 Uhr Mittagspause

14:30 – 16:30 Uhr
14:30 – 15:15 Uhr, Pia Stendera
Lesung mit Soundbeitrag - max.20Teilnehmer.innenzahl durch Raumgröße
Sprache: Deutsch
Ort: Soundklasse

15:30 – 16:30 Uhr, Lin Hierse
Lesung und gemeinsames Q&A mit Pia Stendera
Sprache: Deutsch
Ort: Garten Säulengang
Moderation: Andreia Bickenbach

Pia Stendera ist freie Journalistin und spricht in einer Lesung mit Soundarbeit über ostdeutsche Identitäten.

Lin Hierse, ist Journalistin bei der TAZ und Romanautorin. Sie liest aus ihrem Debutroman „Wovon wir träumen“.




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