Plakat: Lena Preuß, Olivia Völlnagel

10.02.2026 – 08.03.2026

Katt Both. Bauhaus-Architektin aus Kassel. Die Ausstellung. radikal – diskursiv – zeitaktuell

Warum wir von Katt Both erzählen: Nach einem Jahr intensiver Auseinandersetzung mit ihrem Leben und Werk haben wir Themen entdeckt, die sowohl zeithistorisch als auch für die Gegenwart von großer Relevanz sind. Katt Both war eine der außergewöhnlichen sogenannten „Neuen Frauen“, deren Leben und Werk für den Aufbruch in eine neue Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts stehen. 1905 in Waldkappel geboren und 1985 in Kassel gestorben, war Katt Both maßgeblich an der Entwicklung wesentlicher Projekte des „Neuen Bauens“ der 1920er- und 1930er-Jahre, wie das Marie von Boschan Aschrott-Altersheim und die Rothenbergsiedlung in Kassel, beteiligt. Heute ist sie dennoch vergessen – ein Schicksal, das sie mit vielen Avantgardist:innen und engagierten Frauen ihrer Zeit teilt.

Katt? Wer war die Frau hinter diesem rätselhaften Namen? Welche biografischen Stationen prägten ihr Leben? Wie spiegeln sie sich in ihren Arbeiten wider, die dem „Neuen Bauen“, Wohnen und Gestalten verpflichtet waren und die immer wieder in Verbindung zur Stadt Kassel standen?
Anlässlich des 120. Geburtstags von Katt Both widmet sich dieses Projekt dem Leben und Werk der Architektin, Fotografin und Möbelgestalterin. Es wurde mit Student:innen des Fachbereichs Entwerfen und Gebäudelehre der Universität Kassel unter der Leitung von Prof. Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Dr. Ute Maasberg entwickelt.

Basierend auf originalen Fotos, Plänen und Dokumenten aus dem Nachlass wurde ein kuratorisches Konzept entwickelt und umgesetzt. Die Ausstellung ist als Bezugsfeld unterschiedlicher Perspektiven und möglicher Lesarten organisiert. Raumfüllend wird die enthusiastische und radikale Entwicklungs- und Schaffensphase Katt Boths in den Bereichen „ausbildung und selbstfindung 1923–27“ sowie „arbeiten am puls der zeit 1928–33+“ erzählt. Thematisiert werden unter anderem Fragen der Selbstdarstellung, gebrauchsorientiertes und zugleich atmosphärisches Entwerfen von Grundrissen für unterschiedliche Wohnmodelle, der Bezug zur Natur sowie die Frage: Wie trägt man eine Idee? Eingeschrieben in Katt Boths Entwicklungs- und Schaffensphase sind die Bereiche „die neue frau- und das neue bauen im gesellschaftspolitischen kontext“, in die die allmähliche Ideologisierung von Architektur, Kultur und Gesellschaft 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten sichtbar gemacht werden. Zeitdokumente machen diesen Wandel sichtbar und hörbar.

Experimentelle Ausstellungsformate, junge künstlerische Positionen sowie die von Sabine Kienzer kuratierten zeitgenössischen Kunstpositionen entfalten feinsinnige Dialoge zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein Rahmenprogramm führt den zeitaktuellen Diskurs zu den Ausstellungsthemen im diskursiven Raum fort.

Die Ausstellung lädt dazu ein, Katt Both in ihrer Radikalität und Ambivalenz neu zu entdecken. Ihre Fragen nach sozial gerechtem, bezahlbarem und zugleich qualitätsvollem Wohnraum sind heute ebenso aktuell wie die gesellschaftspolitischen Themen, die ihr Leben, ihren Werdegang und ihr Werk maßgeblich geprägt haben. Bis heute sind diese Fragen ungelöst und stellen – hundert Jahre später – erneut die Stabilität unserer Demokratie in Frage.

Kuratorisches Konzept:
Jonas Baumann, Laura Baumbach, Frederike Tonia Bücker, Aylin Cetinyol, Lara Maxime Emde, Jonas Gärtner, Kim Ibelshäuser, Aurora Viola Lude und Aysen Rüya Toy

Ausstellungsgestaltung:
Fatima Alizadeh, Burak Akman, Tiba Al-Jumalili, Mohamad Karam Alwawi, Tasnima Amirkhadzhieva, Frederike Tonia Bücker, Halim Bülgen, Nils Büscher, Bernadett Bartakovics, Timur Bell, Jonas Döhne, Erik Frank, Emira Hadzipasic, Maxi Nina Heilig, Hanieh Masoumi, Jasmin Mayka, Michelle Miekley, Sara Fee Panzer, Nele Rautenberg, Suelle Sahan, Enesa Selmani, Valentina Sierra Chala, Adelina Stapel, Merle Strauch, Gesa von Ahsen, Evelin Walker, Felizitas Worm, Thi Thuy Tien Nguyen

Experimentelles Ausstellungsformat Archizine:
Frederike Tonia Bücker, Aylin Cetinyol, Erik Frank, Emira Hadzipasic, Joanna Anke Gerda Edith Hagen, Anika Kirchner, Korina Maric, Rico Pfleger, Aysen Rüya Toy

Experimentelles Ausstellungsformat Vr/Ar:
Frederike Tonia Bücker, Michelle Miekley, Felizitas Worm, Maxi Heilig, Evelin Walker, Thi Thuy Tien Nguyen

Klasse für Intermediale Fotografie im künstlerischen Feld:
Prof. Peggy Buth, Künstlerische Arbeiten: Christina Gradke, Leonard Volkmer

Fachgebiet Landschaftsästhetik im Entwurf:
Gast-Prof. Fanny Brandauer, Sound Installationen: Dennis Maksuti und Tarik Bauer, Mareike Isabel Günther und Tatiana Korotkova

Kuration zeitgenössischer Kunstpositionen:
Sabine Kienzer, freie Kuratorin, mit Arbeiten von: Brigitte Kowanz, Jakob Lena Knebl, Maria Lassnig, Lena Kienzer, Isa Rosenberger und Michaela Schwentner

Team Ausstellungshalle:
Koordination und Aufbau: Defne Kizilöz, Gernot Mählmann
Grafik, Plakat und Postkarte: Lena Preuß und Olivia Völlnagel

Mithilfe Aufbau, technische Begleitung:
Nils Büscher, Tom Kohrs, Harun Faizi, Thomas Hofer

Audio und Sounds:
Henne

Rahmenprogramm unter:
www.uni-kassel.de


Katt Both. Bauhaus-Architektin aus Kassel. Die Ausstellung.
radikal – diskursiv – zeitaktuell
11.02.–08.03.26
 

Eröffnung: 10.02.26, 18 Uhr
Mit einführenden Worten des Oberbürgermeisters der Stadt Kassel, Dr. Sven Schoeller, sowie der Präsidentin der Universität Kassel, Prof. Dr. Ute Clement. Grußwort spricht der Rektor der Kunsthochschule Kassel, Prof. Dr. Martin Schmidl. Zur Ausstellung sprechen Prof. Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Dr. Ute Maasberg.

Laufzeit u. Öffnungszeiten
11.02.–08.03.26
Do. bis So., 11–18 Uhr

Ort
Ausstellungshalle, Kunsthochschule Kassel
Menzelstr. 13, 34121 Kassel


Projekt der Uni Kassel, Fachgebiet Entwerfen und Gebäudelehre 
Prof. Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Dr. Ute Maasberg mit: Klasse für Intermediale Fotografie im künstlerischen Feld (Prof. Peggy Buth), Fachgebiet Landschaftsästhetik im Entwurf (Gast-Prof. Fanny Brandauer), freie Kuratorin Sabine Kienzer, TRACES Transdisciplinary Research Center for Exhibition Studies

Mit Unterstützung der Kasseler Sparkasse, der Pfeiffer-Stiftung für Architektur, der Universität Kassel, der GWG Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel, dem Amt für Gleichstellung der Stadt Kassel und dem Verein Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V.




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