Industriedesign (BA)
Die Entwurfslehre im Industriedesign vermittelt die Grundlagen industrieller Gestaltung und zielt zugleich darauf, Zukunftsvisionen im Kontext komplexer gesellschaftlicher Veränderungsprozesse in konkrete, nachvollziehbare Konzepte zu übersetzen und prototypisch zu erproben. Im Fokus steht die Entwicklung eines Verständnisses dafür, wie Form kulturell wirkt und wie Gestaltung Alltag, Verhalten, Wertzuschreibungen und die gelebte Umwelt mitprägt.
Langlebige, tragfähige Produkte entstehen im Zusammenspiel von Funktion, Ästhetik, Strategie und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen – einschließlich der Fragen, wie Produkte positioniert, weiterentwickelt und in reale Anwendungskontexte überführt werden.
Zentral sind Entwurf und Material. Dazu gehört, Materialien in ihren Eigenschaften und ihrer Haptik zu verstehen, sie experimentell einzusetzen, ästhetisch zu bearbeiten und ihre Veränderungen im Herstellungsprozess mitdenken zu können. Neben handwerklich-technischem Wissen werden Reflexions- und Erkenntnisprozesse gefördert: Industrielle Gestaltung wird als Teil sozialer, technologischer, politischer, wirtschaftlicher und ökologischer Zusammenhänge betrachtet, unter Einbezug gesellschaftlicher Bedürfnisse und Perspektiven aus Soziologie, Philosophie, Ökonomie, Nachhaltigkeit, Zukunfts- und Materialforschung.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit klassischen und experimentellen Entwurfsprozessen. Dabei werden eigene Methoden, eine präzise konzeptuelle Sprache und individuelle Herangehensweisen entwickelt, die den gesamten Gestaltungsprozess tragen. Ideen werden nicht nur formuliert, sondern in unterschiedlichen Medien erprobt und vermittelbar gemacht – als Skizzen, Modelle, digitale Simulationen, Filme oder Texte; ebenso können funktionale Produkte so wie Services oder Systeme Gegenstand der Arbeit sein.
Produktion wird dabei als komplexer, interdisziplinärer und kommunikativer Prozess verstanden – im Spannungsfeld von Technologie, künstlerischem Anspruch, Nutzerbedürfnissen, Marktlogiken und Nachhaltigkeit. Entsprechend werden Kompetenzen aufgebaut, um mit unterschiedlichen Akteur:innen (z. B. Unternehmen, Ingenieuren und anderen Nutzergruppen) zusammenzuarbeiten und Gestaltung nachvollziehbar zu vermitteln. Kooperationen mit der Industrie werden als Teil dieser Umsetzungspraxis gezielt gesucht und gefördert.

