Von den Anfängen bis heute: Die Kunsthochschule Kassel im Wandel

Die Wurzeln der Kunsthochschule Kassel (KhK) reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Am 18. Oktober 1777 wurde die „L’Académie de Peinture et de Sculpture de Cassel“ von Landgraf Friedrich II. von Hessen-Cassel feierlich eröffnet. Im Laufe ihrer fast 250-jährigen Geschichte erfuhr die Kunsthochschule zahlreiche Wandlungen.

Die heutige Struktur der Hochschule geht auf den Zusammenschluss der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste mit der Werkkunstschule unter der Leitung von Jupp Ernst in den 1970er-Jahren zur Hochschule für Bildende Künste (HBK) zurück. Am 2. August 1971 wurde die Hochschule für Bildende Künste Kassel in die Gesamthochschule Kassel integriert. Die Bereiche Kunst, Design, Architektur und Visuelle Kommunikation wurden dabei als Fachbereiche eigenständige Funktionseinheiten.

Im Jahr 1997 beschloss das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit der Gesamthochschule Kassel die Zusammenführung der genannten Fachbereiche, mit Ausnahme des Fachbereichs Architektur, mit den Studiengängen Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik zur Kunsthochschule Kassel in ihrer heutigen Gestalt.

Ausgewählte Persönlichkeiten stehen stellvertretend für das vielfältige Wirken der Kunsthochschule Kassel und ihrer historischen Vorgängerinstitutionen. Als Lehrende oder ehemalige Studierende haben sie die Entwicklung von Kunst, Design und Wissenschaft nachhaltig geprägt und mit ihren Arbeiten bundesweit sowie international Anerkennung gefunden. Zu ihnen zählen unter anderem Amalie Tischbein (1757–1839), die als Malerin, Zeichnerin und Miniaturkünstlerin an der Kasseler Kunstakademie studierte und 1780 zu deren Ehrenmitglied ernannt wurde, sowie Arnold Bode (1900–1977), Studierender der Kasseler Kunstakademie und später Lehrender an der Werkkunstschule Kassel, der als Gründer der documenta die internationale Wahrnehmung Kassels als Kunststandort entscheidend prägte.

Auch Günter Kupetz (1925–2018), Professor und Begründer der Industrial-Design-Ausbildung in Kassel, Hans Haacke (*1936), Konzeptkünstler und Pionier der Institutionskritik, sowie Floris Neusüss (1937–2020), Professor an der Kunsthochschule Kassel und bedeutender Vertreter der experimentellen Fotografie, stehen exemplarisch für die vielfältigen künstlerischen und gestalterischen Positionen der Hochschule. Ergänzt wird dieses Spektrum durch weitere Personen wie Dorothee von Windheim (*1945), die von 1989 bis 2010 als Professorin an der Kunsthochschule Kassel lehrte und zu den bedeutenden Vertreterinnen der zeitgenössischen Kunst zählt, Gunter Demnig (*1947), Absolvent der Kunsthochschule Kassel und Initiator des Projekts „Stolpersteine“, sowie die Absolventin Lorenza Böttner (1959–1994), eine international bedeutende Vertreterin der Performance- und Non-Conformist-Kunst. Mit den Oscar-prämierten Animationskurzfilmen „Balance“ (1989) von Wolfgang und Christoph Lauenstein sowie „Quest“ (1997) von Thomas Stellmach dokumentieren Absolventen der Kunsthochschule zudem die internationale Anerkennung ihrer künstlerischen Ausbildung.


Im Jahr 2027 feiert die Kunsthochschule Kassel ihr 250-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum bietet Anlass, auf die lange Geschichte der Institution zurückzublicken, ihre vielfältigen Entwicklungen und prägenden Impulse für Kunst, Design und Wissenschaft zu würdigen und zugleich den Blick auf die zukünftige Entwicklung der Kunsthochschule Kassel zu richten.