Das literarische Debüt „Glaszeit“ von Leh-Wei Liao, Studentin der Bildenden Kunst an der Kunsthochschule Kassel, ist 2026 für die Longlist des Deutschen Buchpreises und die Shortlist des Bayerischen Buchpreises nominiert.
Der am 19. August 2026 bei Luchterhand Literatur erschienene Roman führt nach Taipeh und erzählt von einer Familie, deren persönliche Geschichte eng mit den gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen Taiwans verbunden ist. Im Zentrum stehen Fragen nach Herkunft und Identität, Erinnerung und familiären Beziehungen sowie dem Verhältnis von Kunst und gesellschaftlicher Wirklichkeit.
„Eine große Klammer des Romans ist das Sehen und Gesehenwerden. Gesehen zu werden, bedeutet zu existieren, und ist eine Voraussetzung fürs Überleben. Das gilt für Taiwan, das international systematisch übersehen wird, aber auch für die Frühchen auf der Intensivstation, die grundlegend auf die Zuwendung anderer angewiesen sind. Und es gilt für Novana, die als Kind ein fundamentales Unsichtbarwerden erlebt hat, und in der Liebesbeziehung mit Sihan eine neue Chance erhält, wirklich gesehen zu werden,“ so Leh-Wei Liao in einem Interview.
Mit den beiden Nominierungen erhält das Debüt bereits kurz nach seinem Erscheinen große Aufmerksamkeit in der deutschsprachigen Literaturlandschaft. Die Preisverleihungen finden im Herbst 2026 statt.
Leh-Wei Liao, geboren 1993 in Göttingen, ist Ärztin und studiert zurzeit Bildende Kunst in Kassel. Seit 2022 schreibt sie und hat seither in zahlreichen Literaturzeitschriften veröffentlicht, u.a in »Jenny« und »Edit«. 2024 war sie Stipendiatin der Jürgen Ponto-Stiftung und der Kölner Schmiede.
Die Lesungstermine zu „Glaszeit“ finden Sie unter:
www.penguin.de
